Ulrich Seidl

Active - 1990 - 2016  |   Born - Nov 24, 1952 in Wien, Österreich  |   Genres - Drama, Culture & Society, Spirituality & Philosophy

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Movie Highlights

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Factsheet

  • Die deutsche Regie-Legende Werner Herzog zählt Seidl zu seinen 10 Lieblingsregisseuren und kommentierte dessen Film Tierische Liebe (1995) einst mit den Worten: "Noch nie habe ich im Kino geradewegs so in die Hölle geschaut".
  • Kam dem Wunsch seiner Eltern, Priester zu werden, nicht nach; setzt sich jedoch in seinen Filmen regelmäßig kontrovers mit dem Thema Religion und Glaube (u.a. Jesus, du weißt, 2003) auseinander
  • Diesbezüglich ereilte Seidl, der sich auf seiner Homepage unter anderem als Voyeur, Sozialpornograph und Humanist bezeichnet, im September 2012 eine Anzeige wegen Blasphemie: In Italien nahm eine konservative katholische Gemeinde Anstoß an einer Szene aus seinem Film Paradies: Glaube (2012), in der die weibliche Hauptfigur mit einem Kruzifix masturbiert.
  • Als untragbar und "unethisch" fassten seine Professoren einst auch sein dokumentarisches Zweitlingswerk Der Ball (1982) auf, in dem Seidl die hässlichen Seiten eines Studentenballs hervorkehrt.
  • In seinen dokumentarischen Filmen scheinen die Grenzen zwischen Non Fiction- und Spielfilmen stets zu verwischen; der Regisseur erreicht dies u.a. mittels langer, tableauartiger Einstellungen ohne Off-Kommentar und durch die spielerische "Zeigefreudigkeit" seiner Protagonisten – kurz: durch eine stilistische Überhöhung des Alltags.
  • In seinen Spielfilmen (Debüt: Hundstage, 2001) vertraut Seidl stets einem Ensemble aus Laiendarstellern und professionellen Schauspielern.
  • Der Filmemacher steht für ein Kino des Hinschauens, des Vordringens in intime oder tabuisierte Lebensräume- und Situationen; seine Arbeiten werden diesbezüglich heftigst diskutiert, dabei jedoch stets auch von der Kritik goutiert und ausgezeichnet (zuletzt: Spezialpreis der Jury für Paradies: Glaube bei den Filmfestspielen in Venedig, 2012).